Jeder hat sie, niemand will sie nutzen: Versicherungen. Gerade im Schadenfall, wenn die Emotionen hochkochen, ist ein kühler Kopf gefragt. Doch wo ist die Karte mit den Versicherungsdaten? Und wie genau verfasse ich eine korrekte Schadenmeldung? Mit der Lösung „Wallet-Claim“ geht das ganz einfach.
Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit, ein Ruck, ein Knall. Der Schreck sitzt tief, das Adrenalin steigt. Und während man noch versucht, die Situation zu verstehen, taucht bereits die nächste Frage auf: Wie melde ich das jetzt meiner Versicherung?
Bislang war es oft so: Im Handschuhfach oder im Portemonnaie nach der Versicherungskarte suchen. Oft genug liegt das gute Stück zu Hause und ist gerade keine große Hilfe. Manche Versicherer bieten für den Schadenfall eine App. Doch wann haben Sie die je benutzt? Oftmals sind nicht einmal die Zugangsdaten gespeichert. In Stresssituationen keine ideale Lösung. Genau hier setzt ein neuer Service an, den der IT-Dienstleister Materna gemeinsam mit Versicherern entwickelt hat.
Statt einer App oder einer Versichertenkarte aus Plastik erhalten Kund:innen bei Versicherungsabschluss eine virtuelle Versichertenkarte per E-Mail. Diese lässt sich wie eine Bordkarte oder andere Kundenkarten direkt in der Smartphone-Wallet ablegen. Im Ernstfall genügt dann ein Klick auf diese Karte, und unmittelbar startet die Schadenmeldung. Alternativ genügt auch ein Tipp auf den Adressbucheintrag der Versicherung – mit direktem Link zur Schadenmeldung.
„Kunden haben keine emotionale Verbindung zu einer Versicherung“, sagt Bernd Lohmeyer, Versicherungsexperte bei Materna. „Man will seine Versicherung ja eigentlich auch nie in Anspruch nehmen müssen. Wir haben daher einen Weg gesucht, bei dem die Kunden nicht mal eine App installieren müssen“, erklärt er.
Doch nicht nur die Karte ist digitalisiert. Die ganze Schadenmeldung lässt sich schnell und simpel abwickeln. Versicherte können Fotos vom Unfallort aufnehmen und senden. Der Unfallhergang lässt sich einfach wie eine Sprachnachricht diktieren. Das System versteht selbst emotionale Schilderungen.
„Sie können sogar über den Unfallgegner schimpfen – die Meldung wird vom System in eine ordnungsgemäße Meldung umgewandelt. In einer emotionalen Situation, die ein Schadenfall oft ist, ist das eine große Hilfe“, so Lohmeyer.
Auch die Daten des Unfallgegners können einfach erfasst werden – per Foto. Das System liest sie automatisch aus und übernimmt sie in die Schadenmeldung.
Für Versicherte bedeutet das vor allem eines: weniger Hürden, keine Installation, kein Medienbruch, keine komplizierten Formulare. Der gesamte Prozess läuft mobil, intuitiv und binnen weniger Minuten ab.
Doch nicht nur Kund:innen profitieren von Wallet-Claim. Versicherer stehen unter wachsendem Druck: Die Schadenquoten steigen, und Betrugsmaschen werden immer professioneller. Auch Künstliche Intelligenz (KI) kommt dabei zum Einsatz, etwa um fotorealistische Bilder von Blechschäden zu generieren und bei der Versicherung einzureichen.
Wallet-Claim setzt jedoch schon früher an: Statt hochgeladene Bilder nachträglich zu prüfen, verhindert die Lösung das Einschleusen gefälschter Fotos von vornherein. Die Fotos entstehen ausschließlich in einer geschützten Aufnahmeumgebung. Sie bettet unsichtbare Sicherheitsmetadaten direkt ein: GPS-Position, Daten vom Beschleunigungssensor, Geräteausrichtung. Ein KI-generiertes Bild kann so gar nicht erst eingereicht werden.
„Auf diese Weise entlasten wir die Versicherer“, erklärt Lohmeyer. Für Kanäle wie E-Mail oder das Schadenformular auf der Website bleibe Fraud Detection weiterhin unverzichtbar – dort können Kunden beliebige Bilder hochladen. „Wallet-Claim hingegen macht Fraud Detection für seinen Kanal überflüssig, weil der Betrug gar nicht erst stattfinden kann“, so Lohmeyer.
Wallet-Claim nutzt somit beiden Seiten. Versicherte melden Schäden in wenigen Minuten. Versicherer erhalten strukturierte und geprüfte Daten in Echtzeit.