
Flut, Cyber-Attacke, Krieg – wenn der Ernstfall eintritt, müssen Wirtschaft und Staat handlungsfähig bleiben. Doch wie gelingt das? Beim ersten Resilienztag in Dortmund trafen sich Expert:innen aus Militär, Wirtschaft und Verwaltung, um Lösungswege aufzuzeigen. Klar wurde: Resilienz heißt nicht Vorsorge um jeden Preis – sondern strategische Vorbereitung, schnelle Reaktion und klare Zuständigkeiten. Was das konkret bedeutet? Lesen Sie weiter.
Krisen lassen sich nicht verhindern – aber besser bewältigen. Diese zentrale Erkenntnis zog sich wie ein roter Faden durch den Resilienztag 2025, den Materna gemeinsam mit Infora, der IHK zu Dortmund und der Handwerkskammer Dortmund veranstaltete.
„Resilienz bedeutet, aus der Chaosphase schnell zurück in den Normalbetrieb zu kommen“,
betonte Oberst Armin Schaus vom Operativen Führungskommando der Bundeswehr. Seine Erfahrungen aus Kriseneinsätzen im Kosovo, im Ahrtal und bei Waldbränden zeigen: Ohne klare Zuständigkeiten verlieren Systeme wertvolle Zeit – mit fatalen Folgen.
Materna-CEO Michael Hagedorn machte deutlich, wie abhängig Europa etwa bei Cloud-Lösungen und KI von internationalen Dienstleistern sei. Darüber hinaus erschwerten EU-Verordnungen wie die DSGVO, der Data Act oder der AI Act sowie Sicherheitsbedenken seitens der Unternehmen den Aufbau resilienter Infrastrukturen. Hagedorn forderte Offenheit:
„Unternehmen müssen voneinander lernen, Erfahrungen austauschen und die Realität ernster nehmen als jedes Planspiel.“
Die tägliche Bedrohungslage ist real – und komplex. Allein die Bundeswehr registriert rund 100.000 Cyberangriffe pro Tag. Desinformation, Spionage und Sabotage gehören längst zum Arsenal hybrider Bedrohungen.
„Wir sind nicht cyberverteidigungsbereit“,
stellte Andreas Könen, ehemals im Bundesinnenministerium für Cyber- und IT-Sicherheit tätig, ernüchtert fest.
Lösungsansätze kamen nicht nur aus dem Militär. Auch Vertreter der Wirtschaft und Generalleutnant a. D. Martin Schelleis, heute beim Malteser Hilfswerk für Krisenresilienz zuständig, appellierten an Unternehmen und Behörden, eigenverantwortlich zu handeln. Sein Credo: Nicht auf politische Vorgaben warten, sondern Netzwerke aktiv knüpfen.
Die regionale Verwurzelung kleiner und mittelständischer Betriebe wurde als strategischer Vorteil diskutiert. Dr. Christian Terton vom Zentralverband des Deutschen Handwerks unterstrich, wie dezentrale Strukturen und lokale Handwerksbetriebe im Krisenfall zur Versorgungssicherheit beitragen können – sofern diese nicht durch Personalabzug geschwächt werden.
Dazu passend schlug Schelleis vor, Ehrenamtliche mit systemrelevanter Tätigkeit dort einzusetzen, wo ihr Beitrag am höchsten ist – ein Ansatz, der auf breite Zustimmung traf.
Zum Abschluss bilanzierte Stephan Ursuleac, Mitorganisator des Resilienztags:
„Als Familienunternehmen versteht sich Materna als Teil der Gesellschaft. Wir wollen aktiv dazu beitragen, ihre Widerstandsfähigkeit zu stärken.“
Nur durch gemeinsames Lernen, Erfahrungsaustausch und den Aufbau synergetischer Netzwerke könne Resilienz wirklich gelebt werden.
Materna unterstützt die Bundeswehr bei dem Aufbau einer sicheren und zukunftsorientierten IT.
Damit es nicht zu Alarmstufe Rot im Rechenzentrum kommt. So wehren Organisationen Cyberangriffe wirkungsvoll ab.