
Änderungen in Gesetzestexten zu verstehen und sie in IT zu übersetzen, ist sehr mühsam, fehleranfällig und zeitaufwendig. Materna hat die KI-Lösung „Law2Logic“ entwickelt, die dabei unterstützt, relevante Gesetzesänderungen zu extrahieren und Fachverfahren zeitnah daran anzupassen. Law2Logic verbindet moderne KI-Technologien mit rechtlicher Expertise. Mit Law2Logic lassen sich Gesetzestexte automatisiert analysieren, Änderungen extrahieren und direkt in Entscheidungslogiken überführen.
Neue Gesetze und Verordnungen werden in allen Bereichen kontinuierlich auf den Weg gebracht. Die betroffenen Behörden müssen neue oder geänderte Gesetze zeitnah in Entscheidungen und Fachverfahren berücksichtigen, denn rechtssichere Verfahren verlangen stets eine Fallbearbeitung auf der aktuellen Gesetzeslage. Die Extraktion der relevanten Änderungen ist jedoch sehr aufwendig. Hier hilft der Einsatz von Künstlicher Intelligenz: Ändern sich Gesetze und Verordnungen, lassen sich Fachverfahren und Textbausteine, etwa für die Kommunikation, schneller anpassen, was den Anpassungsprozess ganz erheblich beschleunigt. In aktuellen Kundenprojekten konnte der Prozesszeitraum von mehreren Monaten auf wenige Tage reduziert werden. Mit Law2Logic hat Materna eine entsprechende Lösung entwickelt, die für alle Behörden interessant ist, die Gesetzestexte und Verordnungen schnell in Fachapplikationen überführen und dabei nachvollziehbare, rechtssichere Entscheidungslogiken abbilden müssen.
Law2Logic unterstützt den gesamten Ende-zu-Ende-Prozess eines Fachverfahrens: von der Antragserfassung, bei der Kommunikation und Information, während der Antragsbearbeitung, bis zur Entscheidung und der anschließenden Kommunikation an den Bürger. Die Lösung besteht aus verschiedenen KI-Plattformen (Open Source) sowie verschiedenen KI-Assistenten.
Die KI-Plattform generiert Entscheidungsbäume aus den Gesetzestexten und macht die Entscheidungslogik darüber nachvollziehbar. Mit einer geeigneten Nutzeroberfläche können Entscheidungen an konkreten Beispielen auch „durchgespielt“ werden. Diese Entscheidungslogiken sind zudem als eigene Code-Bausteine in vorhandene Fachverfahren integrierbar. Zudem werden sie zum Training von fachspezifischen KI-Assistenten verwendet.
Aus Anwendersicht umfasst die Lösung von Materna verschiedene gesetzeskonforme KI-Assistenten, die in der GenAI Factory von Materna entwickelt werden. Je nach Rolle – ob Bürger, Sachbearbeitende, Fachverwaltende und Software-Entwickler – übernimmt der KI-Assistent unterschiedliche Aufgaben und verwendet die Entscheidungslogiken jeweils spezifisch auf die jeweilige Rolle angepasst. KI-Assistenten stellen beispielsweise Textbausteine und Vorlagen zur Verfügung – abhängig davon, ob sich der Bürger informiert, die Sachbearbeitung Auskunft gibt oder ein Fachverwaltender im Hintergrund in den Prozess integriert ist. Flexibel anpassbare Module wie Korrespondenzerstellung, Adressverwaltung, Textbaustein- und Vorlagenmanagement sind in der KI-Lösung verbaut. So können die per KI extrahierten Fachlogiken für die unterschiedlichsten Anwendungszwecke verwendet werden.
Law2Logic extrahiert das Entscheidungswissen aus Gesetzestexten und erkennt Änderungen zu vorherigen Gesetzesversionen. Alle am Prozess beteiligte Personen verfügen tagesaktuell über die relevanten Entscheidungsregeln – bis zum Software-Entwickler, der für die Erstellung neuer Software-Komponenten für ein Fachverfahren die aktuellen Entscheidungslogiken in seiner Ausführungsumgebung vorfindet.